Kann Ihre Katze keinen Urin absetzen kann dies schnell zu einem lebensbedrohlichen Zustand werden. Bereiten Sie sich vor um die Symptome schnell zu erkennen und Ihrem Liebling so vielleicht das Leben zu retten.

Katze auf dem Katzenklo, Katzentoilette

 

Was bedeutet FLUTD?

FLUTD steht für “Feline Lower Urinary Tract Disease” und beschreibt im Allgemeinen die Erkrankung der unteren harnableitenden Organe der Katze. Dazu gehören die Harnblase, die Harnleiter und die Harnröhre. In der Harnblase können sich leicht  Harngrieß und Harnsteine bilden. Je nach Masse und Größe kommt es zu Blasenentzündungen bis hin zur kompletten Verstopfung der Harnröhre. Dieser Zustand kann schnell lebensbedrohlich werden und ein schnelles Eingreifen erfordern. Kann der Urin nicht mehr normal abgesetzt werden staut er sich in der Blase. Irgendwann ist auch diese voll, dann fließt der Urin über die Harnleiter zurück in die Nieren. Diese sind besonders bei Katzen sehr empfindlich. Es kommt dann meist zu irreparablen Schäden die eine lebenslange Beeinträchtigung Ihres Lieblings darstellt. In der Folge des Rückstaus erhöhen sich die „Nierengifte“ (Kreatinin und Harnstoff), sowie Stoffwechselprodukte und Kalium im Blut. Diese führen zu Übelkeit und Erbrechen und schädigen das Herz. Außerdem kann es sein das die Blase dem wachsenden Druck durch den Urin nicht mehr stand hält und platzt. Das bedeutet in den meisten Fällen leider den Tod.

Die Symptome

Je nach Schweregrad der Erkrankung zeigen sich unterschiedliche Symptome:

  • vermehrter Gang zu Toilette
  • Schmerzäußerungen beim Urinabsatz
  • Blutiger Urin
  • Tröpfchenweiser Urinabsatz
  • Vermehrtes pressen auf Urin
  • Unsauberkeit
  • Urinabsatz an ungewöhnlichen Orten (Badewanne, Bett usw.)
  • Vermehrtes Scharren in der Katzentoilette
  • Starkes belecken des Bauches
  • Schmerzen bei Berührung des Bauches

Sollten Sie eines dieser Symptome an Ihrem Tier entdecken, dann suchen Sie bitte sofort einen Tierarzt auf.

Wie wird FLUTD festgestellt?

Als erstes wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Das Blut wird dann auf die erhöhte Konzentration von Harnstoff und Kreatinin untersucht. Außerdem wird ein Röntgenbild angefertigt bei diesem kann eine massiv gefüllt Blase und bestimmte Steinsorten gesehen werden. Eine Ultraschalluntersuchung gibt Aufschluss, ob die Nieren bereits geschädigt sind oder nicht und wie viele Harnstein bzw. Harngrieß sich in der Blase befinden.

 

Die Behandlung

Liegt eine Verstopfung der Harnröhre vor, so wird Ihrem Tier ein Katheter geschoben. Dazu wird es mit einer leichten Sedierung müde gemacht. Unter größter Vorsicht wird ein Katheter eingeführt der den Grieß aus dem Harnleiter entfernt. Der Urin wird abgelassen und dann wird die Blase einige Male gespült um Grieß und Steine zu entfernen. Der Katheter wird ca. 3 Tage in der Harnblase belassen um einer weiteren Verstopfung vorzubeugen. Ein stationärer Aufenthalt bei Ihrem Tierarzt oder in einer Klinik ist wichtig.  Zur Kreislaufstabilisierung und um die Nierenfunktion wieder zu verbessern wird eine Infusion gegeben. Außerdem sollten jeden Tag die Nierenwerte im Blut kontrolliert werden. Der Urin wird durch ein Labor auf Bakterien untersucht. Außerdem wird die Steinart unter dem Mikroskop bestimmt um die weitere Therapie daran anzupassen. Unter Umständen kann es auch dazu kommen das ein Harnkatheter nicht eingeführt werden kann da die Verstopfung zu massiv ist oder die Verstopfungen treten immer wieder auf. In diesen Fällen besteht die Möglichkeit einer Penisamputation. Dort wird die enge Stelle der Penisspitze entfernt und so können Harngrieß und Steine leichter abfließen.

Bei weiblichen Tieren kommt eine Verstopfung der Harnröhre nicht vor, da sie eine deutlich kürzere und weitere Harnblase haben. Trotzdem können sich auch hier Harnsteine und Harngrieß in der Blase ansammeln die zu immer wiederkehrenden Entzündungen und Schmerzen führen. Hilft eine Futterumstellung und medikamentöse Behandlung nicht so kann über eine Operation nach gedacht werden. Bei dieser wird die Blase eröffnet und die Steine entfernt.

 

Prophylaxe und Ursachen

Die Ursachen für Harnsteine und Grieß sind noch nicht vollständig geklärt. Oft wird davon ausgegangen das die hohe Konzentration des Urins in Verbindung mit der geringen Flüssigkeitsaufnahme der Katzen zu einer Begünstigung der Harnsteinbildung führt. Auch eine falsche Ernährung beeinflusst diese Erkrankung positiv. Mehr dazu finden sie im Artikel „Harnsteine“.

Katzen sind sehr stressanfällig. Bei einigen Tieren führt Stress zu einer idiopathischen (ohne erkennbare Ursache entstehende) Blasenentzündung. Dabei werden durch Stress, Nervenimpulse und stark konzentrierter Urin produziert die zu einer Entzündung der Blase führen. Dadurch wird die Schleimhaut geschädigt, diese sondert Eiweiße ab. Es kommt zur Bildung von Eiweiß – Konglomeraten oder Eiweiß – Kristall- Konglomeraten, die dann die Harnröhre verstopfen. Besonders häufig betroffen sind ältere Hauskatzen. Katzen mit Freigang sind weniger häufig betroffen. Mangelnde Bewegung und Fettleibigkeit fördern die Entstehung von Harnsteinen.