Das Thema Impfungen bietet immer wieder neuen Diskussionsstoff. Jeder Tierarzt praktiziert anders und hat andere Empfehlungen seinen Kunden gegenüber. In diesem Artikel soll Ihnen ein Überblick über mögliche Impfungen für Ihr Tier gegeben und einige Fragen geklärt werden.

Was und wann wird geimpft?

Bei den unterschiedlichen Tierarten gibt es relativ große Unterschiede bei den Impfungen. Grundsätzlich gilt für Hunde und Katzen gleichermaßen, dass ab der 8. Lebenswoche das erste Mal geimpft wird. Dann erfolgt eine weitere Impfung in der 12. Lebenswoche und dann noch einmal in der 16. Lebenswoche. Die nächste Impfung erfolgt dann erst wieder im 15. Lebensmonat. Als Grundimmunisierung von Welpen gelten alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren. Danach wird meist eine jährliche Impfung empfohlen um den Impfschutz aufrecht zu erhalten.
Es gibt sogenannte Core-Komponenten und Non-Core Komponenten. Core – Komponenten sind Impfungen die sich gegen Krankheiten richten gegen die jedes Tier zu jeder Zeit geschützt sein muss. Non –Core Komponenten sind Impfungen die nicht notwendigerweise geimpft werden müssen sondern nur in besonderen Fällen (z.B. Auslandsaufenthalt) oder auf Wunsch des Besitzers.
veterinary surgeon is giving the vaccine to the dog

Hund

Core-Komponenten

    Im Alter von

  • 8 Lebenswochen: HCC (Hepatitis contagiosa canis), Leptospirose, Parvovirose, Staupe
  • 12 Lebenswochen: HCC, Leptospirose, Parvovirose, Staupe, Tollwut
  • 16 Lebenswochen: HCC, Parvovirose, Staupe, Tollwut
  • 15 Lebensmonaten: HCC, Leptospirose, Parvovirose, Staupe, Tollwut

Danach wird generell meist jährlich gegen HCC, Parvovirose, Staupe und Leptospirose geimpft. Dabei ist zu beachten, dass jeder Tierarzt einen anderen Impfstoff verwendet. Jeder Impfstoff ist anders zusammengesetzt und nicht immer ist die Kombination des Wirkstoffes wie oben erwähnt. Viele Tierarztpraxen stellen momentan den Impfstoff um. Es soll damit eine bessere Wirkung besonders gegen Leptospirose erzielt werden. Leptospirose wird in einigen Bundesländern immer häufiger. Die Tiere infizieren sich über mit Rattenexkrementen verunreinigtes Wasser oder ähnliches. Diese Krankheit zählt zu den Zoonosen, das heißt sie ist von Hunden auf den Menschen übertragbar.
Eine Tollwutimpfung ist bei einigen Impfstoffen nur alle drei Jahre nötig. Aber auch hier bestehen Unterschiede je nach Hersteller.

Non-Core-Komponenten
Babesia canis: Die Erstimpfung erfolgt ab einem Alter von 6 Monaten, gefolgt
von einer zweiten Impfung 3–6 Wochen später. Die Dauer der Immunität beträgt 6 Monate.
Bordetella bronchiseptica: Die Erstimpfung ist je nach Impfstoff ab einem Lebensalter von
2–8 Wochen möglich
Borrelia burgdorferi sensu lato: Erstimpfung ab einem Alter von 12 Wochen, zweite Impfung 3–5 Wochen später, dritte Impfung 6 Monate nach Beginn der Grundimmunisierung, vierte Impfung 1 Jahr nach Beginn der Grundimmunisierung
Canines Herpesvirus (CHV-1): Der verfügbare Subunit-Impfstoff wird entweder während der
Läufigkeit oder 7–10 Tage nach dem angenommenen Decktermin verabreicht, gefolgt von einer zweiten Impfung 1–2 Wochen vor dem zu erwartenden Geburtstermin.
Canines Parainfluenzavirus (CPiV): Die Erstimpfung ist ab einem Alter von 8 Wochen möglich, gefolgt
von einer zweiten Impfung 3–4 Wochen später. Die Impfung erfolgt 4 Wochen vor einer zu erwartenden Exposition.
Coronavirus und Tetanus: Impfung wird nicht empfohlen aufgrund der Seltenheit der Erkrankungen

Katze

Core- Komponenten

    Im Alter von

  • 8 Lebenswochen: RCP (richtet sich gegen Rhinotracheitis- und Calicivirus (beides Erreger des Katzenschnupfens) sowie das Parvovirus (Erreger der Katzenseuche)
  • 12 Lebenswochen: RCP, Tollwut bei Freigängern
  • 16 Lebenswochen: RCP, Tollwut bei Freigängern
  • 15 Lebensmonaten: RCP, Tollwut bei Freigängern

Da in Deutschland eine Vielzahl von Katzen ausschließlich in Wohnungen gehalten werden, kann auf eine generelle Definition des Tollwutvirusimpfantigens als Core-Komponente verzichtet werden.
Bei freilaufenden Katzen ist die Impfung jedoch unerlässlich. Nach der Grundimmunisierung wird jedes Jahr RCP nachgeimpft und Tollwut bei freilaufenden Katzen alle 3 Jahre.

Non-Core-Komponenten
Bordetella bronchiseptica: Mindestimpfalter: 1 Monat, die Dauer der Immunität beträgt 1 Jahr
Chlamydophila felis (Cp. felis): Die erste Impfung kann ab einem Alter von 8 oder 9 Wochen erfolgen, gefolgt von einer zweiten 3–4 Wochen später. Die Dauer des Impfschutzes beträgt 1 Jahr.
Feline infektiöse Peritonitis (FIP), felines Coronavirus (FCoV): Das Mindestimpfalter der Katzen beträgt 16 Wochen. Die Tiere erhalten zwei Impfungen im Abstand von 3 Wochen. Die Dauer des Impfschutzes ist nicht bekannt. Jährliche Wiederholungsimpfungen werden vom Hersteller empfohlen.
Felines Leukämievirus (FeLV): Das Mindestimpfalter liegt in der Regel bei 8 Wochen. Zwei Injektionen im Abstand von 3–4 Wochen sind erforderlich

Warum soll ich mein Tier impfen?

Eine Grundimmunisierung ist erforderlich damit bestimmte schwerwiegende Krankheiten möglichst selten bleiben. Es geht hierbei um den Schutz des gesamten Tierbestandes nicht nur unserer Haustiere sondern auch der Wildtiere (z.B. bei Tollwut). Auch für uns Menschen besteht Gefahr wenn unsere Haustiere nicht geimpft sind z.B. bei Krankheiten wie Leptospirose oder eben Tollwut.

Wie oft sollte ich mein Tier impfen lassen?

Leider wurden früher die Tiere viel zu oft geimpft. Oft ging es dabei um Profit oder einfach nur um Unwissen. Heutzutage gibt es zu vielen Impfstoffen Studien die belegen, dass eine jährliche Nachimpfung gar nicht mehr von Nöten ist. Da der Schutz bis zu drei Jahre andauert. Mittlerweile wird in fast jeder Praxis die Tollwutimpfung nur noch alle drei Jahre gegeben. Besonders bei Hauskatzen ist es nicht unbedingt erforderlich jedes Jahr zu impfen. Ein regelmäßiger Impfschutz muss jedoch bei Zuchttieren oder bei Tieren die oft mit ins Ausland genommen werden bestehen.
Zum Beispiel wurde durch die „Ständige Impfkommission und dem Bund praktizierender Tierärzte“ eine Leitlinie zur Impfung von Kleintieren herausgegeben. In diesem Schreiben heißt es das eine Nachimpfung von HCC, Parvovirose und Staupe beim Hund nur alle drei Jahre notwendig ist. Lediglich bei Leptospirose wird empfohlen eine jährliche Nachimpfung durchzuführen besonders in Bundesländern in denen die Krankheit häufig auftritt.
Bei Katzen wird für Freigänger empfohlen RCP jedes Jahr zu impfen, für Hauskatzen reicht eine Nachimpfung alle zwei Jahre. Tollwut muss teilweise bei Hauskatzen gar nicht geimpft werden.

Was ist bei der Impfung zu beachten?

Grundsätzlich sollte Ihr Tierarzt Ihr Tier genau untersuchen bevor es geimpft wird. Schon leichte Infektionen können das Immunsystem schwächen. Kommt dann auch noch eine Impfung hinzu kann das fatale Folgen haben. Daher achten Sie genauestens auf Ihr Tier, haben Sie das Gefühl es ist krank oder fühlt sich nicht wohl, dann verschieben sie die Impfung. Auch sollten nicht gleichzeitig Mittel gegen Würmer oder Zecken gegeben werden.

Welche Nebenwirkungen können Impfungen haben?

Diese sind grundsätzlich vielfältig. Jedes Tier reagiert anders. Einige sind danach vielleicht schlapp oder müde. Einigen macht es gar nichts aus. Grundsätzlich sollten Sie ihrem Tier etwas Ruhe gönnen. An der Einstichstelle kann es zu lokalen Schwellungen kommen die aber nach ein paar Tagen wieder weg gehen sollten. Leider gibt es ein häufiges Problem bei Katzen die an der Einstichstelle sogenannte Impfsarkome entwickeln.

Was ist ein Impfsarkom?

Das ist ein bösartiger Hauttumor der an der Einstichstelle entsteht. Meist tritt nach jeder Injektion egal ob Impfung oder nicht eine leichte Schwellung auf. Das ist normal. Sollte diese aber länger anhalten und eventuell noch wachsen sollten Sie dringend einen Tierarzt aufsuchen. Dieser muss die Schwellung untersuchen und bespricht mit Ihnen die weitere Behandlung.

Wie teuer ist eine Impfung?

Das unterscheidet sich je nach Tierarzt sehr stark voneinander. Meistens belaufen sich die Kosten aber auf so ca.30 Euro.

Fazit

Ihr Tier impfen zu lassen ist sehr wichtig. Jedoch müssen Sie und Ihr Tierarzt gemeinsam entscheiden wie oft und welche Injektionen wirklich sinnvoll sind. Handeln Sie immer im Interesse und der Gesundheit Ihres Tieres.