Plötzlich hat Ihr Tier Gleichgewichtsstörungen, kann sich nicht mehr orientieren und kippt vielleicht sogar um? Keine Panik! In diesem Artikel wird Ihnen das Vestibularsyndrom, seine Folgen und Behandlung genauestens erklärt.

Was ist das geriatrische (idiopathische) Vestibularsyndrom?

Im Allgemeinen ist es eine Erkrankung des Gleichgewichtsorgans. Es tritt sehr plötzlich auf und kann sehr erschreckend wirken. Ist meistens aber halb so schlimm wie es aussieht. Oft tritt es bei älteren Tieren auf (geriatrisch). Die genaue Ursache ist nicht immer genau erklärbar (idiopathisch). Oft gehen Erkrankungen wie Mittelohr- oder Innenohrentzündungen, Fremdkörper oder auch Tumore im Ohr mit einher. Auch einige Infektionskrankheiten wie Staupe und Toxoplasmose beim Hund, sowie FIP bei der Katze oder auch Meningoenzephalitis können Ursache sein.

Was sind die Symptome?

Wie vorher schon erwähnt treten die Symptome sehr plötzlich auf. Dazu gehören:

  • Gleichgewichtsstörungen
  • Nystagmus (Augenzittern)
  • Laufunfähigkeit
  • Ständiges Umkippen zu einer Seite
  • schütteln der Ohren
  • Erbrechen (selten)

Das Gleichgewichtsorgan fällt auf einer Seite aus und führt dazu, dass die Tiere die eingehenden Informationen nicht mehr richtig verarbeiten können. Sie fühlen sich ständig in Bewegung und versuchen mit den Augen der Bewegung zu Folgen. Daher entsteht das Augenzittern auch Nystagmus genannt. Oft ist den Tieren auch übel, ähnlich wie bei einer Seekrankheit.

Wie wird das Vestibularsyndrom behandelt?

Je nach Stärke der Erkrankung ist eventuell ein stationärer Aufenthalt in einer Tierarztpraxis oder Klinik von Nöten. Mit einer Infusionstherapie wird die Durchblutung gefördert, außerdem werden eventuelle Nebenerkrankungen wie Ohrenentzündungen mit behandelt. Gegen Übelkeit wird ein Antiemetikum gegeben. Zusätzlich können B-Vitamine zur Unterstützung der Nervenfunktion gegeben werden. Eine gründliche Blutuntersuchung ist ebenfalls wichtig um Erkrankungen der Schilddrüse oder ähnliches auszuschließen.

Ist ein Vestibularsyndrom ein Schlaganfall?

Manchmal wird ein Schlaganfall beim Menschen als Vergleich zur Erklärung des Vestibularsyndroms heran gezogen. Man muss aber sagen, dass beides sehr weit voneinander entfernt ist. Also geraten Sie nicht in Panik sollte Ihr Tierarzt einen derartigen Vergleich ziehen.
Bei einem Schlaganfall verstopft eine zum Gehirn führende Arterie durch einen Thrombus. Das Gehirn wird hierbei in Mitleidenschaft gezogen und teilweise nicht mit Blut und Sauerstoff versorgt.
Bei einem Vestibularsyndrom ist nur das Gleichgewichtsorgan betroffen. Oft tritt bei einer schnellen Behandlung innerhalb von 72 Stunden eine deutliche Besserung ein. In den Tagen nach der intensiven Behandlung benötigt Ihr Tier noch Unterstützung von Ihnen beim fressen oder Urin- und Kotabsatz. Es kann sein das es noch nicht wieder richtig stehen kann und Probleme beim finden seines Napfes hat. Dies wird sich aber mit der Zeit wieder normalisieren. Leider bleibt immer die Gefahr eines Rückfalles.

Fazit

Ein Vestibularsyndrom wirkt meist sehr beängstigend ist aber eine Krankheit die sich sehr gut behandeln lässt.